ZVV

PROJEKT

 

NACHFRAGE

Rund die Hälfte aller Pendlerinnen und Pendler, die nach Zürich reisen, benutzen den öffentlichen Verkehr. Dies führte dazu, dass sich die Passagierzahlen der S-Bahn, gemessen an der Stadtgrenze Zürich, seit der Einführung im Mai 1990 weit mehr als verdoppelt haben. Gemäss Prognosen wird sich diese Entwicklung auch in den nächsten Jahren fortsetzen, wobei die grössten Zuwächse aus den Räumen Winterthur und Zürcher Unterland zu erwarten sind. Der Erfolg der S-Bahn ist sehr erfreulich, führt aber insbesondere in den Hauptverkehrszeiten (HVZ) am Morgen und am Abend zu ausgeprägten Spitzenbelastungen. Täglich fahren beispielsweise 40‘000 Personen mit der S-Bahn von Winterthur nach Zürich. Rund ein Viertel davon reist zwischen sieben und acht Uhr morgens. Da die Auslastung in den Hauptverkehrszeiten für die Dimensionierung des Angebots und der Infrastruktur massgebend ist, werden ein weiterer Ausbau der Infrastruktur sowie die Beschaffung von zusätzlichem Rollmaterial unumgänglich.

Statistik Fahrgäste

 

ANGEBOT

Steigende Nachfrage erfordert mehr Angebot. Im Rahmen der 4. Teilergänzungen planen der ZVV, die Nachbarkantone und die SBB die Einführung neuer S-Bahnlinien. Zudem sollen bestehende Linien verlängert und häufiger oder ganztägig betrieben werden. Diese Angebotsverbesserungen bedingen Anpassungen am bestehenden Linienkonzept: Bestehende Linien werden neu verknüpft und teilweise anders geführt. So wird beispielsweise die S15 künftig ab Zürich nicht mehr nach Affoltern am Albis fahren, sondern nach Niederweningen.

LinieAngebot 4. Teilergänzungen
S2Flughafen – Oerlikon (via DML) – Zürich HB – Pfäffikon SZ – Ziegelbrücke, am linken Ufer ge-
nauer ½-h-Takt, Halt in Schübelbach-Buttikon, Reichenburg und Bilten nur stündlich
S3Wetzikon – Effretikon – Stadelhofen – Zürich HB – Hardbrücke (– Bülach)
S5Pfäffikon SZ – Rapperswil – Wetzikon – Uster – Zürich HB – Affoltern am Albis – Zug
S6Baden – Otelfingen – Oerlikon – Zürich HB – Uetikon am See,
ausserhalb HVZ Baden – Otelfingen stündlich
S7Winterthur – Oerlikon – Zürich HB – Meilen – Rapperswil
S8Winterthur – Oerlikon (via DML) – Zürich HB – Pfäffikon SZ
S9Uster – Zürich HB – Oerlikon – Bülach – Rafz – Schaffhausen,
ausserhalb HVZ Rafz – Schaffhausen stündlich
S11Wila/Seuzach – Winterthur – Stadelhofen – Zürich HB – Dietikon/Aarau,
Winterthur – Dietikon ¼-h-Takt mit S12
S12Schaffhausen/Wil – Winterthur – Stadelhofen – Zürich HB – Brugg
S13Einsiedeln – Wädenswil
S14Hinwil – Wetzikon – Uster – Oerlikon (via DML) – Zürich HB – Affoltern am Albis
S15Rapperswil – Wetzikon – Uster – Zürich HB – Oerlikon – Niederweningen,
Zürich HB – Oberglatt ¼-h-Takt mit S9
S16Herrliberg-Feldmeilen – Zürich HB – Oerlikon – Flughafen
S19(Muri AG/Koblenz –) Dietikon – Zürich HB (via DML) – Oerlikon – Effretikon (– Pfäffikon ZH)
S20Stäfa – Hardbrücke, einzelne beschleunigte Zusatzzüge in HVZ,
in Meilen, Männedorf und Stäfa ¼-h-Takt mit S7
S21Regensdorf – Oerlikon – Zürich HB: neue HVZ-Linie,
bisherige Linie S21 Zug – Thalwil (– Zürich) aufgehoben
S22Bülach – Singen aufgehoben
S24Zug – Zürich HB – Wipkingen – Flughafen – Winterthur – Schaffhausen/Weinfelden,
Thalwil – Zürich HB ¼-h-Takt mit S8
S26Winterthur – Bauma – Rüti
S29Winterthur – Stein am Rhein
S30Winterthur – Weinfelden stündlich, ½-h-Takt mit S24
S33Winterthur – Schaffhausen stündlich, ½-h-Takt mit S12
S35Winterthur – Wil stündlich, ½-h-Takt mit S12
S40Einsiedeln – Pfäffikon SZ – Rapperswil
S41Winterthur – Bülach/Waldshut
S55Oberglatt – Niederweningen aufgehoben
GLSpZürich HB – Ziegelbrücke – Schwanden stündlich, Wochenende teilweise bis Linthal,
Zürich HB – Ziegelbrücke ½-h-Takt mit IR Zürich – Chur

Die S4 (Zürich HB – Sihlwald) und die S10 (Zürich HB – Uetliberg) (SZU – Sihltal Zürich Uetliberg Bahn), die S17 (Dietikon – Wohlen) (BDWM Transport AG) und die S18 (Zürich Stadelhofen – Esslingen) (FB – Forchbahn) sind in dieser Tabelle nicht aufgeführt.

Lesehilfe:
(– …)nur in Hauptverkehrszeiten
…/…alternierend stündlich
GLSpGlarner Sprinter
DMLDurchmesserlinie
HVZHauptverkehrszeiten (Morgen und Abend)

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INFRASTRUKTUR UND KOSTEN

Damit die 4. Teilergänzungen anrollen können, müssen diverse Gleisanlagen und Bahnhöfe ausgebaut werden. Ebenfalls sind Anpassungen an Signalanlagen nötig, damit sich die Züge in kürzeren Zeitabständen folgen können. Diese geplanten Infrastrukturausbauten setzen die HGV-Ausbauten Zürich – Winterthur und Bülach – Schaffhausen sowie den Bau der Durchmesserlinie und die ZEB-Projekte im ZVV-Gebiet voraus.

Übersicht Ausbauten 4. Teilergänzungen (Stand April 2009)

AuVerlängerung Güterüberholgleis
Herrliberg-FeldmeilenWendegleis
IllnauBahnhofsausbau
Kemptthal, TössmühleSpurwechsel
KnonauErweiterung Kreuzungsstation
MarthalenVerschiebung Bahnhof
Niederhasli – NiederweningenPerronverlängerungen
Pfäffikon SZGleisanpassungen
Pfäffikon ZHBahnhofsausbau
Rangierbahnhof LimmattalWendegleis für S-Bahn
RheinfallNeue Haltestelle (Ersatz Schloss Laufen)
SalandAusbau zur Kreuzungsstation
Sennhof-KyburgAusbau zur Kreuzungsstation
SeuzachPerronerhöhung Gleis 2
StammheimBahnhofsausbau
Tann-DürntenAusbau zur Kreuzungsstation
Thalheim-AltikonStellwerkanpassungen
Thalwil – Ziegelbrücke/ZugSignalanlagen
WilAbstellgleis
WinterthurLeistungssteigerung (Anpassungen Südkopf,
Perronverlängerungen, Ausbau
Perronunterführung)
Winterthur SeenVerlängerung Perron Gleis 2
ZiegelbrückeWeichenverbindung
Zürich HB – AltstettenGleis- und Perronanpassungen

Übersicht Ausbauten

Die Investitionen der 4. Teilergänzungen auf dem Gebiet des Kantons Zürich umfassen ein Volumen von rund 336 Mio. Franken (inkl. MWSt), wovon der Bund voraussichtlich zwischen 117 Mio. Franken (bei 35%) und 134 Mio. Franken (bei 40%) übernehmen wird. Die Nettokosten des Kantons Zürich aus den 4. Teilergänzungen würden dann 202 bis 219 Mio. Franken betragen.
Die Mitfinanzierung der einzelnen Projekte durch die Kantone erfolgt grundsätzlich nach dem Territorialprinzip. Die nicht vom Bund oder den SBB übernommenen Kosten werden vom Kanton Zürich sowie von den Kantonen Schwyz, Glarus, St. Gallen, Zug und Schaffhausen zu tragen sein.

 

TERMINE

Viele Faktoren beeinflussen die Realisierung der 4. Teilergänzungen. Politische Entscheide auf Bundes- und Kantonsebene wirken sich auf den Terminplan aus. In finanzieller Hinsicht spielt die rechtzeitige Freigabe der notwendigen Mittel eine wichtige Rolle, und auch die Verfügbarkeit des Rollmaterials ist essentiell für die Einführung des neuen Angebots im Rahmen der Inbetriebnahme der 4. Teilergänzungen. Schliesslich ist das Gesamtprojekt abhängig von den Ausbauten HGV-Anschluss, Durchmesserlinie und ZEB.

Daher planen der ZVV, die Nachbarkantone und die SBB eine Inbetriebnahme in Etappen.

Voraussichtliche Termine:

Etappe 1Linkes Ufer – Zug / March – GlarnerlandDezember 2013
Etappe 2Knonaueramt, Limmattal, Furttal, Unterland,
Rechtes Ufer, Pfäffikon ZH
Dezember 2015
Etappe 3Zürich – Winterthur, Winterthur und Umgebungca. 2018

Zeitplan 4. Teilergänzungen

 

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